Home » Molykote » Glossar der Fachbegriffe

 

Abrieb– Mechanischer Verschleiß beim Gleiten zweier Flächen gegeneinander.

Additive– Stoffe, die in kleinen Mengen Schmierstoffen zugesetzt werden, um deren Leistungen zu verbessern.

Anti-Friction Coating– Die gegenwärtig gebräuchlichste und am häufigsten angewendete Art der Trockenschmierung mit Festschmierstoffen. Zu dieser Gruppe zählen sowohl Lufttrocknende als auch Wärmevernetzende Materialien. Diese Formulierungen bestehen gewöhnlich aus Festschmierstoffen, den so genannten „Pigmenten“ und Haftvermittlern den so genannten „Bindern“. Siehe„Binder“.

Alterungsbeständigkeit– Die Widerstandskraft gegen Alterungserscheinungen, die durch Einflüsse wie Sauerstoffaufnahme, Überhitzung, Anwesenheit von bestimmten Metallen wie Kupfer, Blei, Silber etc. auftreten können. Die Alterungsbeständigkeit kann durch bestimmte Additive (Antioxidantien) erhöht werden.

ASTM– American Society for Testing Materials

Binder– Eine alternative Bezeichnung für ein nichtflüchtiges Medium bzw. Bindemittel, das für die Bildung eines Lackfilms sorgt und in Farben und Lacken die Feststoffteilchen bzw. Festschmierstoffteilchen in sich bindet.

Chemisch inert– Eigenschaft eines Stoffes (Schmierstoffes) mit bestimmten anderen Substanzen keine chemische Reaktionen einzugehen.

Detergens– Ein Mittel zur Lösung und Entfernung von Rückständen und Ablagerungen auf Gleitflächen.

Dichte– Das Gewicht eines Schmierstoffes in g pro cm3(g/ml) bei 20ºC.

Dispersion – Bezeichnung für Zweistoffsysteme, bei denen ein Feststoff in dispergierter und gelöster Form in dem anderen Stoff (Flüssigkeit) enthalten ist.

DN-Wert – Ein Maß für die Geschwindigkeit, bis zu der Schmierstoffe in Wälzlagern eingesetzt werden können. Der DN- Wert wird errechnet aus dem mittleren Lagerdurchmesser in mm multipliziert mit der Zahl der Umdrehungen pro Minute.

Dynamische Viskosität– Ein Maß für die innere Reibungbeim Fließen eines Schmieröls (z. B. beim Fließen durchSpalten oder Rohre).

EP Additive– Chemische Zusätze zur Verbesserung der Druckaufnahmefähigkeit und damit des Verschleißschutzes von Ölen und Fetten.

Emcortest– Prüfung von Schmierfetten in Wälzlagern auf Korrosionsschutz in Gegenwart von Wasser: Mindestens zwei fettbefüllte Kugellager laufen dabei eine Wochelang in Wasser. Der Korrosionsgrad der Wälzlager reicht von 0 bis 5 (0 = keine Korrosion, 5 = sehr starke Korrosion).

Esteröle– Verbindungen aus Säuren und Alkoholen, die zur Schmierung und für die Herstellung von Schmierfetten verwendet werden.

Festschmierstoffe– Feststoffe, die zwischen gegeneinander gleitende Oberflächen gebracht werden, um Reibung und Verschleiß zu verringern und der Riefenbildung vorzubeugen.

Fett– Zwei-Phasen-System: Verdickungsmittel mit flüssigem, schmierfähigem Medium.

Flammpunkt– Der Flammpunkt ist die niedrigste Temperatur, bei der sich während der Erwärmung des zu prüfenden Öls über der Oberfläche brennbare Dämpfe bilden. Bei Annäherung einer Flamme lodern diese kurz auf.

Fresser– Beschädigung der Werkstoffoberfläche durch unzureichende Versorgung mit Schmierstoff bzw. infolge Überlastung. Der Schmierfilm wird durchbrochen.

Fluorsilicone– Silicone, deren Moleküle Fluor- Atome enthalten.

Gebrauchstemperaturbereich– Der Temperaturbereich, indem ein Schmierstoff den Anwendungsanforderungen gerecht wird und in dem akzeptable Schmierintervalle erzielt werden (auch als Einsatztemperaturbereichbezeichnet).

Grundöl– Auch als Basisöl bezeichnet. Grundkomponente von Schmierölen und Schmierfetten. H1, H2, H3 – Siehe NSF.

Haftschmierstoffe– Schmierstoffe mit haftaktiven Komponenten, die durch Fliehkräfte nicht abgeschleudert werden.

Haftverbesserer– Additive, die Ölen und Fetten zugesetzt werden, um deren Haftfähigkeit zu verbessern (z. B. Polyisobutene).

Inhibitoren– Zusatzstoffe für Schmiermittel, die der Alterung und Korrosion entgegenwirken.

Kolloid – Kleine Teilchen (10-5 bis 10-7 cm) in einer Flüssigkeit, die sich wie eine Lösung verhalten (keinAbsetzen).

Komplexfette – Schmierfette mit Verdickern aus Metallseifen mit unterschiedlichen Säuren. Besonders für hohe Temperaturen und Langzeitschmierung geeignet.

Konsistenz – Ein Maß für die Beschaffenheit von Schmierfetten. Die Konsistenz wird als Ruh- bzw. Walkpenetration gemessen und nach NLGI (National Lubricating Grease Institute) angegeben. Zur einfacheren Bezeichnung der Konsistenz von Schmierfetten wird der gesamte Konsistenzbereich in 9Klassen eingeteilt, gemessen als Walkpenetration, z. B.

Konsistenzklasse                   Walkpenetration (1/10 mm)

00                                               400-430

0                                                 355-385

1                                                 310-340

2                                                 265-295

Lithium– Alkalimetall, dessen Hydroxid zusammen mitorganischen Säuren zur Herstellung von Lithiumseifen als Verdicker für Schmierfette verwendet wird.

Losbrechmoment – Drehmoment, das zum Lösen einer Schraube notwendig ist. (höchstes Drehmoment, bevor Bewegung beginnt).

Lösemittel– Eine Flüssigkeit, die Stoffe lösen kann und dadurch ein homogenes Produkt hervorbringt.

Molybdändisulfid (MoS2)Tropfpunkt– Gibt die Temperatur an, bei der die Verflüssigung des Fettes, d.h. der Übergang des Fettes von einem halbfesten in einen flüssigen Zustand eintritt. Der Tropfpunkt ist einqualitatives Maß für die Wärmebeständigkeit von Fetten. Das Fett wird in einem genormten Tiegel mitdefinierter Geschwindigkeit erwärmt. Die Temperatur, bei der der erste Tropfen aus der Öffnung im Boden des Tiegels austritt, entspricht dem Tropfpunkt.

NSF (National Sanitation Foundation)– Eine Organisation, die Standards zur Sicherheit und Gesundheit der Öffentlichkeit entwickelt sowie für Produktzertifizierungen und die notwendige Ausbildung sorgt.

Kategorie Code H1: Schmierstoffe, die unbeabsichtigt mit Lebensmitteln in Kontakt kommen; müssen die Bestimmung

                                     21 CFR 178.3570 erfüllen; können in Lebensmittelverarbeitenden Industrien verwendet werden, in

                                     der  ein gelegentlicher Kontakt mit den Lebensmitteln besteht

Kategorie Code H2: Schmierstoffe, die nicht mit Lebensmitteln in Kontakt kommen dürfen; Können in Maschinen und 

                                     deren Ausstattung benutzt werden bei denen sichergestellt ist, dass kein Kontakt zu den

                                     Lebensmitteln zustande kommt

Kategorie Code H3: Essbare Öle

 

Ölabscheidung– Das “Ausbluten” des Öls aus Schmierfetten bei der Lagerung, bei mechanischer/dynamischer Beanspruchung oder bei Temperaturerhöhung.

 

Oxidationsbeständigkeit– Die Beständigkeit von Werkstoffen gegen eine Reaktion mit Sauerstoff.

 

Passungsrost– Rost, der an Sitzen auftritt, besser Reibverschleiß, der an Passungen und Sitzen aufgrund von Schwingungen mit kleiner Amplitude und hoher Frequenz auftritt. In der Regel setzen sich die sehr kleinen Eisenverschleißteilchen mit Sauerstoff zu Rost um, der schließlich zum Festsitzen der Passung führt. Eine weitere nachteilige Begleiterscheinung des Passungsrostes ist eine rapide Materialermüdung des Stahls, die zum Bruch führen kann. (Passungsrost kann am wirksamsten durch Trennung der beiden Metallpartner, z. B. unter Verwendung von Festschmierstoffen, vermieden werden.)

 

Pasten– Kombination aus Festschmierstoffen und Öl, mit denen auf eine einfache Weise dünne Schmierfilme aufgebracht werden können.

Penetration– Ein Maß für die Weichheit bzw. Härte von Fetten. Zur Ermittlung der Penetration wird gemessen, wie tief ein genormter Kegel in eine Schmierfettprobe eindringt (je höher die Penetration, desto weicher ist das Fett).

 

Pittings– Grübchenartige Metallausbrüche im Wälzkreis von Zahnrädern, verursacht durch Materialermüdung.

Polyalphaolefin– Synthetischer Kohlenwasserstoff mit definierter Molekülstruktur. Im Vergleich zu Mineralöl sind das Tief- und Hoch- sowie das Viskositäts- temperaturverhalten günstiger.

Pourpoint– `Siehe Stockpunkt`

Pourpointerniedriger– Ein Additiv, dass genutzt wird um den Pourpoint eines flüssigen Schmierstoffs zu verzögern.

Quellung/Schrumpfung – Eine negative Begleiterscheinung, zu der es unter Einwirkung von Schmierstoffen, Dämpfen und Gasen auf Dichtungsmaterialien aus Gummi, Elastomeren usw. kommen kann.

Reibung– Mechanischer Widerstand gegen das gegeneinander Gleiten zweier Oberflächen.

Reibungskoeffizient– Verhältnis der Reibungskraft zwischen zwei gegeneinander gleitenden Oberflächen zur Kraft, die senkrecht auf die Oberflächen wirkt.

Riefen– Grabenförmige Spuren im Metall, hervorgerufen durch die Bearbeitung oder durch Fresser.

Ruckgleiten– Wird auch als Stick-Slip bezeichnet. Ruckartige Relativbewegungen zweier Lagerflächen, hervorgerufen durch die unterschiedlichen Reibungskoeffizienten der hydrodynamischen Schmierung und der Grenzschmierung.

Ruhpenetration – Maß für die Konsistenz von Schmierfetten und -pasten im Ruhe- bzw. Anlieferungszustand.

Salzsprühtest– Bei diesem Test wird unter Einwirkung von Salznebel die Stahlkorrosion gemessen. Stahlbleche werden mit Schmierstoff beschichtet und in einer geschlossenen Kammer einem Salznebel ausgesetzt. Gemessen wird die Anzahl der Stunden bis zum Erreichen eines gewissen Korrosionsgrades.

Schmierstoff– Ein Medium, das die Reibung und den Verschleiß zwischen zwei gegeneinander gleitenden Oberflächen reduziert.

Schweißlast – Das Druckaufnahmevermögen eines Schmierstoffes, gemessen in Newton (N). Beim Gegeneinandergleiten zweier Prüfkörper die Last, beider der Schmierfilm durchbricht und beide Prüfkörpermiteinander verschweißen.

Silicone– Polymere mit guter Temperatur- und Oxidationsbeständigkeit, die auch als Hoch- und Tieftemperaturschmierstoffe eingesetzt werden.

Seife im Schmierfett– Verbindung einer Fettsäure mit einem Metallhydroxid. Durch die richtige Wahl der Fettsäure und des Metallhydroxids (Kalzium, Lithium, Aluminium) können die Eigenschaften der Seife in Bezug auf die Wasser- und Temperaturbeständigkeit geändert werden.

Selbstentzündungspunkt– Die Temperatur, bei der sich ein Öl von selbst, d.h. ohne Gegenwart einer Flamme, entzündet.

Spezialschmierstoffe– Schmierstoffe mit bestimmten Eigenschaften/Merkmalen für spezielle Anwendungen.

Spezifisches Gewicht– Siehe `Dichte`.

Spannungsrisse– Risse in Werkstoffen, hervorgerufen durch (z. B. korrosive) Veränderungen der Oberflächenstruktur nach dem Eindringen schädlicher Komponenten.

Stockpunkt– Der Stockpunkt eines Öls ist die Temperatur in Grad Celsius, bei der ein Öl infolge laufender Abkühlung seine Fließfähigkeit verliert. Das Stocken des Öls beruht auf der Ausscheidung von u.a.Paraffinkristallen.

Suspension– Eine gleichmäßige Verteilung feinster Feststoffteilchen in einer Flüssigkeit, die die Feststoffe nichtauflöst.

Synthetische Öle– Öle, die im Gegensatz zu Mineralölen künstlich hergestellt werden. Syntheseöle weisen zu meiste in gutes Viskositätstemperaturverhalten, eine geringe Neigung zur Oxidation, einen tiefen Stockpunkt, eine hohe Temperaturbeständigkeit sowie eine gute chemische Beständigkeit auf.

Tribologie– Die wissenschaftliche Erforschung und technische Anwendung von Reibung, Verschleiß und Schmierung, einschließlich der Schmierstoffe.

Verdicker – Verdicker sind in der Regel Metallseifen (seifenverdickt), aber auch organische oder anorganische Quellungsmittel (nicht seifenverdickt, wie z. B. Kieselgel, Bentone, Polyharnstoff, PTFE usw.).

Verschleiß– Der Verschleiß wird durch die Reibung und den Kontakt zwischen zwei Gleitflächen nach dem Durchbrechen des Schmierfilms verursacht.

Viskosität – Die Viskosität einer Flüssigkeit ist der Widerstand der Flüssigkeit gegen Fließen. Diesen Widerstand bezeichnet man auch als innere Reibung der Flüssigkeit.

Viskositätsmessungen– Viskositäten können mit unterschiedlichen Messgeräten (Viskosimetern) bestimmt werden. Die Maßeinheit wird in mm2/s oder Pas angegeben. Entscheidend bei der Viskositätsmessung ist die Angabe der Messtemperatur, da die Viskosität sehr temperaturabhängig ist (kalte Öle sind sehrzähflüssig, warme hingegen dünnflüssig).

Walkpenetration– Bei mechanischer Beanspruchung verändern Schmierfette häufig ihre Konsistenz. Es ist daher sinnvoller, die Walkpenetration anzugeben, die ein Maß für die Konsistenz eines Schmierfettes im durchgearbeiteten, gebrauchsnahen Zustand ist.

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